Mit Fußball zur Verständigung - Auftakt zur 2. Copa Courage im KuBus/Lobeda-West
Wer am Sonntag, dem 15. Mai zufällig am Kulturzentrum KuBuS in Lobeda-Westvorbeilief, der sah auf den ersten Blick ein klassisches Fußballturnier: zwei Streetsocceranlagen, um die ein buntes Treiben herrschte, ein brennender Rost, Musik, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die fröhlich kickten, sich unterhielten, Spaßhatten. Dieses Bild ist korrekt und bedarf dennoch einer Ergänzung: Es ging um mehr als um Fußball.
Kokont, der Verein Hintertorperspektive e.V. und jenawohnen GmbH hatten zum zweiten Courage Cup geladen und ganze 16 Teams aus verschiedenen Stadtteilen waren demAufruf gefolgt. Die Idee war, neben dem Turnier im Rahmen eines Workshopsgesellschaftliche Probleme zu thematisieren. Die Teilnehmer wurden hierzu nach derVorrunde in drei Gruppen aufgeteilt, die drei Stationen durchliefen. So wurden in einer Station anhand konkreter Situationen Optionen couragierten Handelns diskutiert und praktisch erprobt.
Eine weitere Station befasste sich mit den Themenkomplexen Migration und Integration. Diskriminierung im Fußball und in der Gesellschaft war Themader dritten Station, die unter anderem vom FCC-Spieler Ralf Schmidt und der USV Kickerin Laura Brosius angeleitet wurde. Beide Spieler berichteten von eigenen Erfahrungen und gaben den Workshopteilnehmern viele Denkanstöße.
Es zeigte sich schnell, dass die kurzen und intensiven Workshops vor allem bei den Jugendlichen aus Winzerla und Lobeda an den richtigen Punkten ansetzten. Diese berichteten teilweise von eigenen Erfahrungen von Diskriminierungen im Alltag, von Fällen, in denen sie wegen ihres Alters, Sexualität oder ihrer Hautfarbe ausgegrenzt und gar attackiert wurden. Durch die Workshops sollten aber nicht nur Opfer von Diskriminierung gestärkt werden, Ziel war es vor allem, sich mit Vorurteilen auseinanderzusetzen, sie abzubauen und das eigene Handeln zu reflektieren.
Auch aus sportlicher Sicht war es für die Jugendlichen ein erfolgreicher Tag: gleich zwei Teams aus Lobeda zogen ins Finale ein. Am Ende setzten sich die „Kickers“ gegen die „Boxer“ durch. Den dritten Platz belegte „Dynamo Schutzblech“. Bei dem anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Bildungswerk BLITZ e.V. durchgeführten Torwandschießen wurden zu dem 350 € für neue integrative Projekte in Jena gesammelt.
Die Organisatoren bedanken sich bei allen Teilnehmern und Helfern. Es war ein tollerTag, der neben dem Spaß und netten Gesprächen sowohl für die Workshopleiter, als auch für die Teilnehmer einen Erfahrungsgewinn erzielte. Es zeigte sich in aller Deutlichkeit, dass das Engagement für Integration und gegen Diskriminierung jeglicher Art auf allen Ebenen der Gesellschaft richtig und wichtig ist.
Die „Copa Courage 2011“ geht nun weiter:
Die Auseinandersetzung mit den Themen Diskriminierung, Migration und Zivilcourage soll in den kommenden Tagen in andere Alltagsbereiche getragen werden.
Am 19. Mai um 19 Uhr wird im Schillerhof der Film „Die Tragödie der Provinz“ gezeigt und mit dem Filmregisseur Maik Baumgärtner diskutiert.
Im dritten Teil der „Copa Courage 2011“ wird es am 22. Mai im Stadtteilbüro Winzerla ein ganztägiges Zivilcourage-Impulstraining geben.
Weitere Informationen dazu gibt es unter: www.kokont-jena.de.
Gemeinsam zeigen wir Rassismus die Rote Karte!
jenawohnen GmbH, Hintertorperspektive e.V., KoKont Jena, Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V., Streetwork Lobeda, Streetwork Winzerla, KuBuS Jena,Stadtsportbund Jena e.V., Jugendmigrationsdienst der AWO Jena-Weimar e.V.,MIG e.V., Trainernetzwerk Zivilcourage e.V., Demokratischer Jugendring Jenae.V., Kino im Schillerhof, Film e.V. Jena, Stadtteilbüro Winzerla, Fan-ProjektJena e.V., Horda Azzuro


